BGB

Was und wofür ist der § 863 BGB? Einwendungen des Entziehers oder Störers

Der § 863 des BGB ausführlich erklärt mit Beispielen.

Gegenüber den in den §§ 861, 862 bestimmten Ansprüchen kann ein Recht zum Besitz oder zur Vornahme der störenden Handlung nur zur Begründung der Behauptung geltend gemacht werden, dass die Entziehung oder die Störung des Besitzes nicht verbotene Eigenmacht sei.

Wenn wir über das Thema Besitzrechte sprechen, kommen wir schnell zu § 863 des deutschen Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB). Dieser Paragraph regelt, unter welchen Bedingungen jemand, der das Eigentum eines anderen stört oder dessen Besitz entzieht, sich verteidigen kann. Dieser rechtliche Rahmen ist nicht nur für Juristen, sondern auch für Laien von großer Bedeutung, um die Komplexität des Besitzrechts besser zu verstehen.

Ein zentraler Punkt dieses Gesetzes ist, dass jemand, der im Besitz einer Sache ist, Ansprüche auf Besitz oder die Störung des Besitzes anfechten kann. Anders ausgedrückt, wenn jemand beispielsweise ein Grundstück nutzt und eine dritte Person ihm das Grundstück streitig macht, kann der Besitzer nach den §§ 861 und 862 BGB auf Schutz seines Besitzes bestehen. Doch was passiert, wenn der Störer behauptet, er sei im Recht?

Eigenmacht und Besitzschutz

Hier kommt § 863 ins Spiel. Der Paragraf besagt, dass derjenige, der den Besitz stört oder entzieht, dies nur dann rechtfertigen kann, wenn er nachweisen kann, dass sein Handeln nicht „verbotene Eigenmacht“ war. Das bedeutet, dass er entweder einen rechtmäßigen Anspruch auf den Besitz hat oder dass bestimmte Ausnahmen greifen. Eigenmacht wird im rechtlichen Rahmen als unrechtmäßige Handlung betrachtet, die das Recht des Besitzers verletzt.

Nehmen wir ein Beispiel: Peter besitzt ein altes Familienhaus. Eines Tages stellt er fest, dass sein Nachbar, Herr Schmidt, die Hecke an der Grundstücksgrenze entfernt hat, und diese Handlung gehört nicht ihm. Peter ist der Meinung, dass die Hecke zu seinem Grundstück gehört. In dieser Situation hat Peter das Recht, herrschende Ansprüche nach § 861 BGB zu erheben. Herr Schmidt könnte versuchen, sich auf § 863 zu berufen, indem er sagt, er habe das Recht gehabt, die Hecke zu entfernen, weil sie ihm auch gehört. Um seine Behauptung zu stützen, müsste er allerdings den Nachweis führen, dass sein Verhalten rechtmäßig war.

Welches Vorgehen bei einer Störung?

  • Peter kann zuerst mit seinem Nachbarn reden und versuchen, eine Einigung zu erzielen.
  • Falls dies nicht funktioniert, kann er rechtliche Schritte einleiten und eine Unterlassungsklage gegen Herrn Schmidt einreichen.
  • Und wenn Herr Schmidt nachweisen kann, dass er einen rechtlichen Anspruch auf die Hecke hat, kann er versuchen, sich gegen Peters Ansprüche zu verteidigen.

Es ist wichtig zu verstehen, dass § 863 dazu dient, das Besitzrecht zu schützen, indem es klare Grenzen setzt, was als zulässige Handlung gilt und was nicht. Dadurch soll verhindert werden, dass die Beteiligten Eigenmacht ausüben und eigene Meinungen darüber einbringen, was ihnen zusteht.

Zusammengefasst bietet § 863 BGB einen rechtlichen Rahmen, der im Konfliktfall klärt, welche Ansprüche gültig sind und unter welchen Voraussetzungen sich ein Störer verteidigen kann. Die Herausforderung liegt jedoch immer im Nachweis der eigenen Besitzansprüche und der rechtlichen Begründung der eigenen Handlungen.

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Referenz
www.gesetze-im-internet.de