BGB

Was und wofür ist der § 1620 BGB? Aufwendungen des Kindes für den elterlichen Haushalt

Der § 1620 des BGB ausführlich erklärt mit Beispielen.

Macht ein dem elterlichen Hausstand angehörendes volljähriges Kind zur Bestreitung der Kosten des Haushalts aus seinem Vermögen eine Aufwendung oder überlässt es den Eltern zu diesem Zwecke etwas aus seinem Vermögen, so ist im Zweifel anzunehmen, dass die Absicht fehlt, Ersatz zu verlangen.

Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) regelt viele Aspekte des täglichen Lebens in Deutschland. Ein interessantes und oft diskussionswürdiges Thema ist die Regelung rund um die Aufwendungen volljähriger Kinder für den elterlichen Haushalt, festgehalten in § 1620. Dieser Paragraph legt fest, wie die finanziellen Beiträge von volljährigen Kindern zu den Kosten des Haushalts ihrer Eltern rechtlich eingeordnet werden.

Im Kern besagt dieser Paragraph, dass ein volljähriges Kind, das zur Bestreitung von Haushaltskosten aus eigenem Vermögen Aufwendungen macht oder den Eltern Vermögen überlässt, nicht automatisch einen Anspruch auf Rückzahlung hat. Hierbei wird im Zweifel angenommen, dass es dem Kind nicht darum geht, später Ersatz für die geleisteten Zahlungen zu verlangen.

Was bedeutet das konkret?

Damit dies verständlicher wird, betrachten wir einige Beispiel-Szenarien. Diese helfen dabei, die rechtlichen Prinzipien in der Praxis zu veranschaulichen.

Stellen wir uns vor, Anna ist 21 Jahre alt und lebt noch bei ihren Eltern. Ihr Vater hat gerade finanzielle Schwierigkeiten und kann die monatlichen Rechnungen nicht mehr alleine bezahlen. Anna entscheidet sich, aus ihrem eigenen Ersparten 500 Euro beizusteuern, um die anstehenden Ausgaben zu decken. Nach einigen Monaten möchte ihr Vater Anna das Geld zurückzahlen, aber laut § 1620 wird im Zweifel davon ausgegangen, dass Anna nicht die Absicht hatte, diese Zahlung zurückzufordern. In diesem Fall ist es unwahrscheinlich, dass sie rechtlich auf die Rückzahlung bestehen kann.

Ein weiteres Beispiel könnte sich um den 22-jährigen Lukas drehen. Lukas wohnen noch bei seinen Eltern und übernimmt die monatlichen Kosten für Lebensmittel. Er kauft regelmäßig die Einkäufe und zahlt diese aus seinem eigenen Geld. Sollte er irgendwann auf die Idee kommen, Ersatz für diese Ausgaben zu verlangen, steht er ebenfalls vor der Herausforderung des § 1620. Auch hier gilt die Vermutung, dass er niemanden mit seinen Zahlungen belasten wollte.

Praktische Bedeutung und Konsequenzen

Das Gesetz hat praktische Bedeutung, insbesondere für junge Erwachsene und deren Eltern. Es schafft Klarheit über die finanziellen Beiträge innerhalb der Familie und verhindert, dass Geldtransfers zu rechtlichen Auseinandersetzungen führen, die oft nur schwer zu klären sind. Für volljährige Kinder kann es also bedeuten, dass sie sich überlegen sollten, ob sie immer bereit sind, für den Haushalt aufzukommen und der Familie finanziell unter die Arme zu greifen.

Ein Verständnis dieser Regelung kann helfen, Missverständnisse und mögliche Konflikte innerhalb der Familie zu vermeiden. Es empfiehlt sich, in solchen Fällen, klare Absprachen zu treffen und diese idealerweise schriftlich festzuhalten. So bleibt immer nachvollziehbar, welche Zahlungen aus welcher Überlegung geleistet wurden.

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Referenz
www.gesetze-im-internet.de