BGB

Was und wofür ist der § 663 BGB? Anzeigepflicht bei Ablehnung

Der § 663 des BGB ausführlich erklärt mit Beispielen.

Wer zur Besorgung gewisser Geschäfte öffentlich bestellt ist oder sich öffentlich erboten hat, ist, wenn er einen auf solche Geschäfte gerichteten Auftrag nicht annimmt, verpflichtet, die Ablehnung dem Auftraggeber unverzüglich anzuzeigen. Das Gleiche gilt, wenn sich jemand dem Auftraggeber gegenüber zur Besorgung gewisser Geschäfte erboten hat.

Das deutsche BGB, oder das Bürgerliche Gesetzbuch, regelt eine Vielzahl von rechtlichen Aspekten im deutschen Rechtssystem. Ein wichtiger Paragraph in diesem Zusammenhang ist § 663, der sich mit der Anzeigepflicht bei der Ablehnung eines Auftrags beschäftigt. In diesem Artikel werden wir diesen Paragraphen näher erläutern und seine Praxisrelevanz anhand von Beispielen verdeutlichen.

Der Paragraph besagt, dass eine Person, die öffentlich bestellt ist oder sich dafür angeboten hat, einen Auftrag annehmen zu müssen, diesen Auftrag ablehnen kann. Wenn das geschieht, ist sie jedoch verpflichtet, dem Auftraggeber unverzüglich Bescheid zu geben. Das bedeutet, dass die Person den Auftraggeber über ihre Entscheidung informieren muss. Das ist wichtig, damit der Auftraggeber gegebenenfalls nach einem anderen Dienstleister suchen kann.

Anzeigepflicht: Wer ist betroffen?

Die Anzeigepflicht richtet sich an Personen, die entweder offiziell betraut sind oder sich bereit erklärt haben, bestimmte Geschäfte zu besorgen. Das können Handwerker, Gutachter oder andere Dienstleister sein, die in einem bestimmten Bereich tätig sind. Wenn jemand zu diesen Personen einen Auftrag gibt und sie diesen Auftrag ablehnen, muss dies schnell kommuniziert werden.

Ein Beispiel kann dies verdeutlichen: Stellen Sie sich vor, ein Bauherr möchte ein Gutachten für sein Bauvorhaben erstellen lassen. Er wendet sich an einen öffentlich bestellten Sachverständigen, der sich bereit erklärt hat, in diesem Bereich tätig zu sein. Wenn dieser Sachverständige aus irgendeinem Grund den Auftrag nicht annehmen kann oder möchte, muss er den Bauherrn sofort darüber informieren.

Praktische Auswirkungen der Regelung

Diese Regelung hat mehrere praktische Auswirkungen. Zum einen ist sie darauf ausgelegt, den Auftraggeber vor unnötigen Wartezeiten zu schützen. Wenn jemand einen Auftrag nicht übernehmen kann, erleichtert eine schnelle Mitteilung dem Auftraggeber, einen anderen Fachmann zu finden. Außerdem fördert die Regelung die Transparenz im Geschäftsleben und trägt zur Aufrechterhaltung eines fairen Wettbewerbs bei.

Doch was passiert, wenn dieser Pflicht nicht nachgekommen wird? Nehmen wir an, der Sachverständige entscheidet sich, den Bauherrn nicht zu informieren und lässt ihn im Ungewissen. Dies kann letztlich zu finanziellen Nachteilen für den Bauherrn führen, der möglicherweise verzögert seine weiteren Pläne umsetzen kann. In einem solchen Fall könnte der Bauherr rechtlich gegen den Sachverständigen vorgehen, da dieser seiner Pflicht zur Information nicht nachgekommen ist.

Insgesamt ist § 663 BGB eine wichtige Vorschrift, die sowohl den Schutz der Auftraggeber als auch die Verantwortung der Dienstleister unterstreicht. Die Einhaltung dieser Anzeigepflicht ist entscheidend, um eine reibungslose Geschäftsabwicklung zu gewährleisten und Missverständnisse zu vermeiden.

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Referenz
www.gesetze-im-internet.de