BGB

Was und wofür ist der § 87c BGB? Vermögensanfall und Liquidation

Der § 87c des BGB ausführlich erklärt mit Beispielen.

(1) Mit der Auflösung oder Aufhebung der Stiftung fällt das Stiftungsvermögen an die in der Satzung bestimmten Anfallberechtigten. Durch die Satzung kann vorgesehen werden, dass die Anfallberechtigten durch ein Stiftungsorgan bestimmt werden. Fehlt es an der Bestimmung der Anfallberechtigten durch oder aufgrund der Satzung, fällt das Stiftungsvermögen an den Fiskus des Landes, in dem die Stiftung ihren Sitz hatte. Durch landesrechtliche Vorschriften kann als Anfallberechtigte an Stelle des Fiskus eine andere juristische Person des öffentlichen Rechts bestimmt werden.
(2) Auf den Anfall des Stiftungsvermögens beim Fiskus des Landes oder des Bundes oder bei einer anderen juristischen Person des öffentlichen Rechts nach Absatz 1 Satz 4 ist § 46 entsprechend anzuwenden. Fällt das Stiftungsvermögen bei anderen Anfallberechtigten an, sind die §§ 47 bis 53 entsprechend anzuwenden.

Ein wesentliches Element des deutschen Zivilrechts ist das BGB, das Bürgerliche Gesetzbuch. Darin wird unter anderem die rechtliche Handhabung von Stiftungen behandelt. Ein besonders interessanter Paragraph ist § 87c, der regelt, was mit dem Vermögen einer Stiftung passiert, wenn diese aufgelöst oder aufgehoben wird. Dieses Gesetz ist sowohl für juristische Laien als auch für Anwälte von Bedeutung, denn es klärt wichtige Fragen über das Schicksal der Vermögenswerte.

§ 87c besagt zunächst, dass das Vermögen einer Stiftung, die aufgelöst wird, an die im Stiftungstext festgelegten Anfallberechtigten übergeht. Dies können zum Beispiel Personen oder Organisationen sein, die in der Satzung der Stiftung erwähnt sind. Wenn die Satzung jedoch keine festen Berechtigungen vorsieht, dann geht das Vermögen an den Fiskus des Landes, wo die Stiftung ihren Sitz hat. Diese Regelung sorgt dafür, dass im Falle der Unklarheit über die Vermögensverteilung eine rechtliche Klarheit herrscht.

Die Bedeutung der Satzung

Die Satzung einer Stiftung spielt eine entscheidende Rolle, denn sie legt fest, wer im Fall der Auflösung das Vermögen erhält. Wenn also eine Stiftung plötzlich aufgelöst wird, stehen alle Beteiligten vor der Frage: Wer bekommt nun das Geld oder die Vermögenswerte? Wenn die Satzung nichts dazu sagt, könnte dies zu Streitigkeiten führen. In solchen Fällen geht das Vermögen an den Staat. Dies verdeutlicht, wie wichtig es ist, eine klare und präzise Satzung zu haben.

Doch wie könnte ein praktisches Beispiel aussehen? Stell dir vor, eine Stiftung namens „Hilfe für Kinder“ wird gegründet, um benachteiligten Kindern zu helfen. In der Satzung wird festgelegt, dass das Vermögen der Stiftung im Fall der Auflösung an eine andere, ähnliche Organisation übergeben wird. Wenn die Stiftung jedoch aufgelöst wird und keine solche Regelung in der Satzung steht, landet das Vermögen beim Staatsfonds.

Folgen und alternative Regelungen

Ein weiterer Aspekt von § 87c ist die Möglichkeit, in der Satzung anzugeben, dass anstelle des Fiskus eine andere juristische Person des öffentlichen Rechts als Empfänger des Vermögens eingesetzt werden kann. Dies könnte eine Behörde oder eine andere Stiftung sein, die ähnliche Ziele verfolgt. Diese Flexibilität erlaubt es den Stiftern, sicherzustellen, dass das Vermögen nicht einfach verloren geht oder in die Staatskasse fließt, sondern sinnvoll weiterverwendet wird.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass § 87c des BGB eine wichtige Regelung für die Handhabung von Stiftungen im Falle ihrer Auflösung darstellt. Durch klare Satzungen können Stifter sicherstellen, dass ihr Vermögen im Sinne ihrer ursprünglichen Absicht verwendet wird, wodurch rechtliche Streitigkeiten und Unsicherheiten vermieden werden. Dies ist sowohl für Laien als auch für Fachleute von Bedeutung, da es zeigt, wie wichtig eine durchdachte und umfassende Planung ist.

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Referenz
www.gesetze-im-internet.de